Praxisorganisation
Es gibt einen Satz, den ich von Praxisassistentinnen immer wieder höre, wenn ich nach den häufigsten Anrufen frage: „Meistens rufen die Leute an, um Sprechzeiten zu erfragen. Oder ob wir noch neue Patienten nehmen. Oder wie sie einen Termin buchen können."
Alles Dinge, die eigentlich auf der Webseite stehen — oder stehen sollten. Wenn sie es nicht tun, oder wenn sie so versteckt sind, dass niemand sie findet, dann landet die Frage am Telefon. Und das Telefon klingelt. Und das Team muss antworten. Und dahinter wartet schon der nächste Anruf.
Das klingt vielleicht nach einem kleinen Problem. Aber mal ehrlich: In einer gut ausgelasteten Praxis ist jede Minute, die für sinnlose Anrufe draufgeht, eine Minute, die woanders fehlt.
Ich denke bei Praxiswebseiten immer: Was muss jemand wissen, bevor er anruft? Und genau das sollte auf der Seite stehen — so klar und so auffindbar, dass man gar nicht erst anrufen muss.
Das sind meistens:
Eine Webseite, die diese Fragen beantwortet, reduziert nicht nur Anrufe — sie verbessert auch die Erfahrung der Patienten. Die bekommen sofort, was sie suchen, ohne in der Warteschleife zu hängen.
Ich sehe regelmäßig Praxiswebseiten, wo die Öffnungszeiten irgendwo ganz unten auf der Seite stehen — in kleiner Schrift, als ob sie sich dafür schämen. Oder wo sie veraltet sind, weil sich die Sprechzeiten geändert haben und niemand daran gedacht hat, die Webseite zu aktualisieren.
Das ist kein Vorwurf. Das passiert, weil die Webseite oft einmal gebaut wurde — und dann läuft sie halt. Niemand schaut regelmäßig drauf. Niemand prüft, ob die Infos noch stimmen. Bis irgendwann der dreißigste Patient fragt, ob montags wirklich geöffnet ist, obwohl Montag schon seit einem Jahr geschlossen ist.
Erstens: Öffnungszeiten prominent platzieren — auf der Startseite sichtbar, ohne Scrollen, in einer Schriftgröße, die man auch auf dem Handy lesen kann.
Zweitens: Online-Terminbuchung einbinden, wenn die Praxis das anbietet. Wer abends um 22 Uhr einen Termin buchen kann, ohne anrufen zu müssen, ruft nicht am nächsten Morgen an und blockt die Leitung.
Drittens: Häufige Fragen beantworten — nicht als versteckte FAQ-Seite, sondern an den Stellen, wo die Frage auftaucht. Also: neben dem Kontaktformular erklären, wie schnell man antwortet. Neben den Leistungen erwähnen, welche Kassen angenommen werden.
Das klingt simpel. Aber es sind die Dinge, die den Unterschied machen — nicht das schönste Design der Welt.
Fragen Sie Ihr Team: Was sind die fünf häufigsten Gründe, warum Patienten anrufen? Schauen Sie dann, ob die Antworten auf Ihrer Webseite zu finden sind. Wenn nicht — da ist Ihr nächster To-do.
Kein Konzeptpapier, keine Präsentation. Ich sage Ihnen direkt, was ich sehe — und was ich als Erstes ändern würde.
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